Qualitätsstandard

Seit Ende der 1990er Jahre haben sich in Deutschland zertifizierte Sachverständige für Immobilienbewertung und Immobiliengutachter etabliert. Die fachlichen Voraussetzungen und die tätigkeitsbezogenen Anforderungen für die Zertifizierung (Ausbildung, Berufserfahrung, Weiterbildung, Prüfung und Zertifizierung) wurden in Zusammenarbeit mit allen interessierten Kreisen (Sachverständigenverbände, Finanzwirtschaft, Banken, Industrie, Aus- und Weiterbildungsinstitutionen, behördliche Wertermittlung etc.) definiert und anfänglich durch eine Akkreditierung abgesichert. Mittlerweile sind rund 1.600 zertifizierte Sachverständige und Immobiliengutachter in Deutschland tätig.

Eine Zertifizierung von Sachverständigen für Immobilienbewertung und Immobiliegutachter sollte nach den Regeln der internationalen Norm DIN EN ISO/IEC 17024 erfolgen. Zur Sicherstellung dieser Norm dient u.a. die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH – DAkkS.

Überwachungsorganisationen stellen sicher, dass im Zertifizierungsprozess die Grundsätze der Unparteilichkeit, Transparenz, Objektivität und Vergleichbarkeit eingehalten werden und das in einem Zertifizierungsprogramm beschriebene fachliche und tätigkeitsbezogene Anforderungsprofil eingehalten werden.

Die Zertifizierungsprüfung wird auf der Basis objektiver Kriterien zur Messung der Kompetenz durchgeführt. Sie besteht im Regelfall aus einer schriftlichen Prüfung in drei Teilen (insg. mindestens 5 Stunden) und einer mündlichen Prüfung. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung sind der Nachweis praktischer Tätigkeiten im Zertifizierungsbereich.

Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal zertifizierter Sachverständiger und Immobiliengutachter ist der Nachweis zum Kompetenzerhalt während der Dauer einer Zertifizierung und insbesondere die Rezertifizierung. Mindestens zweimal während der fünf Jahre muss ein zertifizierter Sachverständiger oder Immobiliengutachter sich einer Überwachung unterziehen. Er muss hierzu insgesamt drei Gutachten vorlegen und eine jährliche Fortbildung von drei Tagen nachweisen. Die Zertifizierung wird nach fünf Jahren mit einer erneuten mündlichen Prüfung für eine weitere Zertifizierungsperiode erneuert (Rezertifizierung). Der Sachverständige oder Immobiliengutachter muss dabei den Nachweis erbringen, dass er sich auf dem „aktuellen Stand der Technik“ befindet.

Grundlage des gesamten Verfahrens ist das von jeder Zertifizierungsstelle erarbeitete Zertifizierungsprogramm. Eine jährliche Überwachung der Zertifizierungsstellen durch die Überwachungsorganisationen, z.B. der DAkkS bieten die Gewähr dafür, dass bezüglich der allgemeinen Anforderungen nach den international geltenden Normen (hier insb. DIN EN ISO/IEC 17024:2012) verfahren wird und damit eine weltweit anerkannte Vergleichbarkeit der Zertifizierungsstellen gegeben ist. Da die Bezeichnung „zertifizierter Sachverständiger“ und "Immobiliengutachter" nicht gesetzlich geschützt ist, sollte jeder Auftraggeber unbedingt beachten, dass der oben beschriebene Qualitätsstandard bei Zertifizierungsstellen gewährleistet ist, die sich hierzu verpflichten und z.B. von der DAkkS akkreditiert sind oder von einer anderen Instanz unabhängig überwacht werden.